Reise nach Kish

Freitag, 08.11.2013

Am Freitag morgen ging es schon sehr früh gleich weiter und ich reiste mit meinem Mann per Flugzeug auf die Insel Kish. Dort wohnte eine alte Freundin meines Mannes die wir besuchen wollten und natürlich wollten wir auch die Insel sehen.

Allgemein muss ich sagen, dass die Insel an sich sehr schön ist, man aber jemanden dabei haben sollte, der sich dort auskennt und optimalerweise ein Auto hat, da man sonst ziemlich verloren ist.

Es gibt dort aber auch nicht sehr viel mehr ausser Strand, ein paar Hotels und Einkaufszentren. Ausserdem gibt es dort die Möglichkeit im Meer zu schwimmen, jedoch nicht so, wie wir uns das vorstellen.
Es gibt an gegenüberliegenden Seiten der Insel einen "Männerstrand" und einen "Frauenstrand". Die Frauen schwimmen jedoch nicht wie gewohnt im Badeanzug oder gar im Bikini sondern in voller Montur.

Ansonsten ist das Meer wirklich wunderschön und vorallem sehr sehr klar und sauber.

Da es dort auch sehr heiss war, haben wir den Großteil des Tages im klimatisierten Restaurant bzw Einkaufszentrum verbracht und sind erst gegen Abend an den Strand gefahren.

Spätabends ging es dann mal wieder zurück nach Teheran wo wir die letzten Tage unserer Reise verbringen wollten.

Reise nach Yazd

Freitag, 08.11.2013

So kamen wir also am Sonntagnachmittag wieder in Teheran an.
Am Montag machte ich mit Mama alleine auf zum einkaufen. Ich wollte mir ein paar Schals kaufen und so fuhren wir in ein kleines Einkaufszentrum.
Dort gab es 2 süsse Geschäfte mit Schals in allen möglichen Farben, Mustern, Formen und Längen. Ein Traum!
Es war aber halt wieder sehr schade, dass mein Persisch so schlecht ist. Es geht zwar auch so mit 3 Brocken Persisch, 5 Brocken Englisch und Händen und Füßen :) 
Ich fand natürlich einige schöne Teile und mein Mann war leicht geschockt, als ich mit 10 Schals nach Hause kam.

Montag abends ging es dann mit Mama und Bruder per Flugzeug nach Yazd um noch mehr Verwandte zu besuchen.
Yazd ist eine sehr schöne alte Stadt mit tollen Gebäuden, kleinen Gassen und bunten Basaren. Dort leben 2 Cousinen mit ihren Familien und ihrer Mutter. Beide Cousinen haben Töchter, die alle super süss waren. Es war jedoch sehr komisch für mich, dass dort alle so vernarrt in mich waren. Es ist jedoch andererseits auch nachvollziehbar, da die Menschen dort, anders als viele Teheraner, noch nie im Ausland waren und deshalb auch ehrlich noch nie Europäer o.ä. gesehen haben. Und da ich auch noch extrem hell bin, waren sie umso "beeindruckter". Sie glaubten mir beispielsweise bis zum Schluss nicht, dass meine blonden Haare echt sind. Hört sich jetzt sehr komisch an, war es auch.

Allgemein ist zu sagen, dass in Yazd etwas strenger auf die Kleidungsregeln geachtet wird und man sich als Frau nicht ganz so frei bewegen kann wie in Teheran. Ich wurde zwar nie ermahnt oder auch nur angesprochen doch ist mir schon aufgefallen, dass dort mehr geguckt wurde, wenn man nicht in einer richtigen Abaya rumgelaufen ist. Ich war gegen diese Blicke relativ imun, da ich bei den dort herschenden Temperaturen (es hatte auch Mitte Oktober noch über 30 Grad) schon mit "normaler" langer Kleidung fast einen Hitzschlag bekam.

Wir vermieden es natürlich, während der Mittagsstunden nach draussen zu gehen und hielten immer eine schöne Mittagssiesta in der klimatisierten Wohnung.

Gegen Abend kamen dann alle wieder aus den Häusern und auch wir machten einige Ausflüge.

So besuchten wir zum Beispiel einmal den Gold-Basar, das Wassermuseum und einen zoroastrischen Feuertempel (http://de.wikipedia.org/wiki/Feuertempel).
Der Tempel in Yazd ist einer von jenen, deren Feuer nie gelöscht wird.

Ausserdem besuchten wir den Dowlat Abad Garden. Das ist ein grosser wunderschöner Garten mit einem Gebäude in der Mitte, in dem es die wohl älteste "Klimaanlage" gibt. Es ist wirklich einfach wunderschön dort und im ganzen Garten sind grosse Bänke verteilt, auf denen ganze Familien Pickniken können. (http://www.iranreview.org/content/Documents/Dowlatabad_Garden.htm)

Am letzten Tag besuchten wir ein altes Hamam in dem man jetzt in einem Restaurant essen konnte.

Am Donnerstag ging es wieder nach Teheran zurück und ich war wirklich traurig, da ich in den Cousinen und ihren Töchtern ein paar wirklich liebe Freundinnen gewonnen habe.

Die ersten Tage

Montag, 04.11.2013

Erst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass es hier immer etwas länger dauert, bis ich Zeit habe den nächsten Eintrag zu schreiben. Nach dem Urlaub kommt einem alles irgendwie ein bisschen stressig vor, aber ich werde mich bemühen, jetzt etwas zügiger weiterzumachen.

Also erzähle ich mal weiter:

Nach der ersten Nacht in der ungewohnten Umgebung ging es erst so richtig los.
Morgens gab es erstmal ein ausgiebiges Frühstück bevor wir uns mit dem Auto in den verrückten Teheraner Verkehr stürtzten um einzukaufen. Der Bruder meines Mannes wollte natürlich überall mitkommen und so machten wir uns zu dritt auf den Weg.

Ich war die meiste Zeit hauptsächlich damit beschäftigt, die ganzen neuen Eindrücke, die draussen vorbeiflogen, irgendwie aufzunehmen.

Was mir zuallererst aufgefallen ist: das Land kommt sehr patriotisch rüber.
Überall weht die Landesfahne, überall gibt es grosse Plakate der Landesoberhäupter. 

Ansonsten ist es in Teheran einfach sehr laut und sehr voll und sehr chaotisch. Und sehr "anders" als hier in Europa.

Es gibt zum Beispiel keine klassischen Supermärkte wie wir sie kennen. Man würde es eher grossen Kiosk nennen. Und dort gibt es dann alles durcheinander. Mir ist auch aufgefallen, dass die Leute sehr viel selber machen. Zum Beipsiel ist es in unserer Familie so, dass unsere Mama einen Reisladen hat, ein Cousin einen Obstgarten, von einem bekommen wir Nüsse, von dem nächsten Fisch und so weiter. So kommt es, dass man eigentlich gar nicht so sehr einkaufen geht, sondern sich einfach mit Verwandten und Bekannten austauscht. Was natürlich den Vorteil hat, dass alles sehr frisch ist und eine Qualität, für die wir hier teure Bio-Preise bezahlen würden.

Wir haben dann am ersten Abend auch schon wieder gepackt, da es am nächsten Morgen sehr früh losgehen sollte in Richtung Norden nach Babolsar.

Wir machten uns bereits um 5 Uhr auf den Weg und fuhren die 230 km durch das imposante Alborz-Gebirge.

Gegen Mittag kamen wir endlich in Babolsar an. Und jetzt lernte ich die wirklich schöne Seite des Iran kennen. Eine kleine Stadt, direkt an der Küste mit tollen Gärten und bunten aromatischen Märkten. Wir verbrachten fast eine Woche dort in der Wohnung seines Cousins und es war einfach toll. Jeden Tag wurden wir zum Essen eingeladen oder es kamen Gäste, wir besuchten die Ländereien unserer Familie, gingen an den Strand und sahen uns luxuriöse Wohnanlagen, die in riesigen wunderschönen Parks lagen, an.

Und das ist auch das, was mich während unseres Urlaubs immer wieder sehr traurig gemacht hat. Die "soziale Schere" dort ist wirklich soweit geöffnet, dass es keine normale Mittelschicht, die ja zum Beispiel hier in Deutschland einen Grossteil der Bevölkerung stellt. mehr gibt. Die Menschen sind entweder wahnsinnig arm oder wirklich reich. Wobei die reichen Menschen, so wie ich sie kennengelernt habe, sehr auf ihr Habe achten und in Relation nicht so sehr im Prunk leben, wie man es vielleicht erwarten würde. Was aber vielleicht auch an der schlechten Wirtschaftslage und den teilweise horenden Preisen für einfachste Dinge liegen mag. Natürlich ist alles im Gegensatz zu Deutschland weitestgehend sehr günstig, wenn man aber bedenkt, dass dort selbst gutausgebildete Menschen in einer guten Position nur einen Teil von dem verdienen, was der gleiche Job hier bringen würde, relativiert sich das alles natürlich wieder. Ausserdem grassiert eine wahnsinnig hohe Arbeitslosigkeit, die vor allem junge Menschen immer mehr in die Armut und somit in die Verzweiflung treibt.

Wir verbrachten also einige wirklich schöne Tage am Meer, mit netten Leuten, gutem Essen und viel Familienleben. Die Zeit verging wie im Flug und nach Sonntag machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Teheran.

Abreise 07.10.2013

Mittwoch, 23.10.2013

So, der grosse Tag war gekommen, die Koffer waren gepackt und es konnte endlich losgehen.
Obwohl ich ziemlich nervös war, hatte ich gut geschlafen.
Glücklicherweise machten wir uns pünktlich auf den Weg. Da wir mit Iran Air flogen befand sich unser Gate am letzten Ende des Flughafens, was uns einen schönen Fussmarsch bescherte.
Der Flug an sich war gut, ausser dass wir in Budapest zum Tanken zwischenlanden mussten, da Iran Air aufgrund der Sanktionen in Deutschland kein Kerosin bekommt.

Wir landeten in Teheran um ca. 23 Uhr Ortszeit.
Und jetzt wurde ich erst richtig nervös. Gleich würde ich zum ersten Mal die Familie meines Mannes sehen. Würden sie mich mögen? Und ich sie?

Doch alle meine Befürchtungen waren unbegründet, ich wurde herzlichst aufgenommen, von allen gedrückt und geküsst, mit Blumensträußen überschüttet und musste vor lauter Überwältigung natürlich auch weinen.

Nach einer ausgiebigen Begrüßung mit gefühlten 50 Leuten karrten wir unsere Koffer zu den Autos und es wurde diskutiert, bei wem wir mitfahren sollten, da jeder uns im Auto haben wollte.
So geschah es natürlich, dass ich in einem anderen Auto landete als mein Mann, was aber nicht schlimm war, da ich erst mal die ganzen neuen Eindrücke die draussen am Auto vorbeidüsten, verarbeiten musste.

Ich fuhr mit einem Cousin und dem Bruder meines Mannes in einem kleinen Peugeot.
Das Auto hatte die Macke, immer wieder bei voller Fahrt einfach auszugehen!
Beim ersten Mal bekam ich den Schock meines Lebens, der Cousin drehte aber ganz routiniert am Schlüssel und das Auto ging sofort wieder an und es ging ungebremst weiter.

Der Fahrstil der Iraner sollte mich aber die nächsten 2 Wochen immer weniger schocken...

Währenddessen raste draussen eine für mich ganz neue Landschaft vorbei.
Wüstenähnlich, sehr sandig, mit kleinen Lehmhütten am Autobahnrand, in denen tatsächlich Menschen lebten.
Überall große Plakate der Regierenden und bunte Leuchtreklamen.

Als wir endlich in der Wohnung unserer Mama ankamen war ich fix und fertig und dann auch wirklich froh, als endlich alle Matratzen ausgebreitet waren und ich schlafen durfte. 

Vorbereitungen

Mittwoch, 25.09.2013

Hallo,

mein Name ist Sandra und ich lebe und arbeite in Frankfurt am Main.

Ich will gar nicht so sehr mit Vordetails nerven, da es ja um meine/unsere Reise in den Iran gehen soll.

Ich bin also mit einem persischen Mann verheiratet und wir werden am 7. Oktober das erste Mal seine Familie im Iran besuchen.

Unsere Reise führt uns zuerst einmal von Frankfurt nach Teheran und dann eher spontan wahrscheinlich nach Babolsar und auf die Insel Kish. Falls zeitlich möglich würde ich auch gerne die Städte Isfahan und Shiraz und natürlich Persepolis besuchen (alles wird aber wohl leider nicht möglich sein).

Wir befinden uns also gerade bei den Vorbereitungen. Ende August bekam ich mein Visa, die Flugtickets haben wir schon Anfang des Jahres gebucht.

In letzter Zeit habe ich versucht, "passende" Kleidung einzukaufen. Also lange Oberteile wie Tunikas oder auch lange Westen/Mäntel und natürlich ein paar Schals in gedeckten Farben als Kopftuch.

Die Kleiderordnung für Frauen sieht folgendermaßen aus:

Kopftuch; eine lange Bluse/Weste/Jacke etc. die mindestens den Hintern bedeckt, am Besten bis zu den Knien reicht; lange Hose; geschlossene Schuhe. Die Schultern müssen bedeckt sein und die Arme auch mindestens bis über die Ellenbogen.

Für Männer ist es etwas einfacher: nur kurze Hosen sind verboten.

Da der Iran unsere deutsche Ehe nicht anerkennt und ich sonst ja nicht mit meinem Mann verwandt bin, werden wir im Iran nochmal heiraten (auch um seiner Mutter eine Freude zu machen), damit ich mich, ohne gegen irgendwelche Gesetze zu verstoßen, frei in der Öffentlichkeit mit meinem Mann bewegen kann.

Ich hatte einige Gespräche mit Frauen mit iranischen Männern, die auch in Deutschland leben, die mir sagten, dass es Anfangs zu Problemen kommen könnte, da wir ja im Iran dann noch nicht offiziell verheiratet sind. Erst hatte ich das nicht geglaubt, als wir dann aber im Konsulat waren, um mein Visa zu beantragen und der Mitarbeiter meinen Mann wie wahnsinnig gelöchert hat, warum wir denn noch nicht in Deutschland "islamisch" geheiratet haben, nahm ich dieses Thema doch etwas ernster.

Natürlich habe ich auch VIELE Geschenke eingekauft. Besonders beliebt (zumindest in unserer Familie :)) sind unter anderem Cremes, Vitamine, Kosmetika, etc. Und auch die deutsche Schokolade soll wohl sehr grossen Anklang finden. 

Und jetzt werde ich langsam auch schon, naja, so eine Mischung aus nervös, aufgeregt und ungeduldig.

Morgen werde ich mich in die "Krisenvorsorgeliste" des Auswärtigen Amtes eintragen.
Diese Eintragung wird empfohlen, um in Krisensituationen schneller helfen zu können.
Dort werden meine Aufenthaltsdaten (Dauer, Adresse etc.) im Iran sowie (soweit ich weiss) ein Ansprechpartner in Deutschland eingetragen. 

Alles in allem wird der Iran als "relativ sicheres Reiseziel" beschrieben, die Iraner sind auch sehr für ihre Gastfreundschaft bekannt (was ich nur bestätigen kann), und die Deutschen sind im Iran wohl auch sehr beliebt. Deswegen mache ich mir um eine unfreundliche Aufnahme wenig Sorgen :)

Ich würde mich freuen, wenn sich hier ein paar Leser finden, die uns auf unserer Reise begleiten und die ich vielleicht auch für die tolle persische Kultur begeistern kann.

Ich werde mich hier kurz vor unserer Abreise nochmal melden und dann natürlich, soweit möglich, während unserer Reise von meinen Erfahrungen und Eindrücken berichten.

Salam ihr Lieben

Sandra

 

 

Bald geht es los

Mittwoch, 25.09.2013

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.